360°-Foto: Raum aus einem Rundumbild aufmessen
Mit einem 360°-Foto vom Stativ einen Raum als Grobaufmaß anlegen — Aufnahme, Lot, Grundriss, Öffnungen, Kontrollmaß und der Weg zum Nachmessen.
360°-Foto: Raum aus einem Rundumbild aufmessen
Mit einer 360°-Kamera auf dem Stativ machen Sie ein Foto mitten im Raum. Darin tippen Sie die Raumecken an, und NexDeck legt daraus einen Raum mit Grundriss, Wand-, Boden- und Deckenfläche an. Sie müssen dafür nicht jede Wand einzeln lasern.
Das Ergebnis ist ein Grobaufmaß. In NexDeck steht dazu immer derselbe Satz:
Für Angebot und Planung. Abgerechnet wird nach Aufmaß vor Ort.
Gut geeignet ist das 360°-Foto zum Beispiel für den Maler beim ersten Besichtigungstermin einer Wohnung, für den Trockenbauer, der Wand- und Deckenflächen fürs Angebot braucht, oder für Fliesen- und Bodenleger, die schnell die Grundfläche mehrerer Räume haben möchten.
Was Sie brauchen
- Ihr Betrieb hat das 360°-Foto freigeschaltet. Ab Werk ist es aus. Freigeschaltet wird es von NexDeck — sprechen Sie uns an.
- Gewerk: Maler, Trockenbau, Fliesen oder Boden. Beim Dachdecker gibt es das 360°-Foto nicht; dort nehmen Sie Werte aus Drohnenbericht oder Manuell.
- Verbindung: Das Foto wird beim Speichern abgelegt. Ohne Netz erscheint der Weg nicht.
- Recht zum Messen: Inhaber, Administration, Betriebsleitung, Monteure und Mitglieder.
- Ein Aufmaß im Entwurf (oder zurückgewiesen). Ein eingereichtes oder freigegebenes Aufmaß nimmt keine Räume mehr auf.
- Eine 360°-Kamera, die das Foto als 2:1-JPG ausgibt (doppelt so breit wie hoch, mindestens 4000 Pixel breit), dazu ein Stativ.
- Einen Laser für Raumhöhe und Kontrollmaß.
Sie finden den Weg im Büro im Aufmaß unter Raum hinzufügen → 360°-Foto, in der App auf der Aufmaß-Seite der Baustelle im Reiter 360°-Foto.
Stative hinterlegen (einmalig)
Damit niemand jedes Mal die Objektivhöhe messen muss, tragen Inhaber und Administration unter Einstellungen → Aufmaß-Schwellen im Abschnitt Stative für das 360°-Foto ihre Stative ein: Name und Objektivhöhe, bis zu zehn Stück. Den Abschnitt gibt es nur, wenn das 360°-Foto eingeschaltet ist. Im Werkzeug wählen Sie dann einfach das Stativ aus.
1. Aufnahme vor Ort
So entsteht ein brauchbares Foto:
- Stativ ohne Gummischeiben, die Kamera fest verschraubt. Jedes Kippeln verfälscht die Maße.
- Mindestens 1 m Abstand zu jeder Wand, am besten in der Raummitte.
- Türen schließen.
- Objektivhöhe messen: vom Boden bis zur Mitte der Linse, mit dem Maßband. Erlaubt sind Werte zwischen 30 cm und 3 m. Die Höhe geht in jedes Maß ein — messen Sie sorgfältig.
- Als 360°-Foto (2:1-JPG) exportieren. Ein flacher Ausschnitt im Format 16:9 reicht nicht; NexDeck lehnt ihn mit Erklärung ab. Ein HEIC-Bild exportieren Sie vorher als JPG.
Lange oder verwinkelte Räume: Ist der Raum etwa ab 6 m lang, L-förmig oder sind Wände verdeckt, stellen Sie das Stativ an eine zweite Stelle und machen dort noch ein Foto. Im Werkzeug fügen Sie es mit + Foto von weiterer Stelle hinzu — bis zu vier Fotos je Raum. Die Objektivhöhe wird übernommen; Höhe und Kanten gelten je Foto.
2. Foto wählen
Öffnen Sie das 360°-Foto im Werkzeug und wählen Sie das Stativ — oder tragen Sie die Objektivhöhe von Hand ein. Oben sehen Sie die Schritte. Einen Schritt erreichen Sie erst, wenn die davor erledigt sind; Weiter und Zurück stehen unten.
3. Lot: senkrechte Kanten
Die Kamera steht nie ganz gerade. Das rechnet NexDeck heraus:
- Tippen Sie eine senkrechte Kante an — eine Raumecke oder eine Türzarge — erst oben, dann unten.
- Machen Sie das mit mindestens zwei Kanten, verteilt um den Raum.
- Eine dritte Kante ist eine Gegenprobe: Sie zeigt, ob eine der Kanten schief gesetzt ist.
Weicht eine Kante von den anderen ab, sagt NexDeck, welche: „Kante 2 weicht von den anderen ab — bitte oben und unten neu anklicken oder weglassen.“ Mit mehreren Fotos setzen Sie die Kanten in jedem Foto.
4. Raumhöhe
Messen Sie die Raumhöhe mit dem Laser und tragen Sie sie ein. Sie kommt nie aus dem Bild und muss größer sein als die Objektivhöhe.
5. Grundriss
Hier entsteht der Umriss des Raums. Zwei Arten stehen zur Wahl:
Ecken rundum (Standard):
- Tippen Sie die Raumecken der Reihe nach an, einmal rundherum — auch die Ecken an Vorsprüngen und Verkofferungen.
- Nehmen Sie entweder alle Bodenecken (unten am Boden) oder alle Deckenecken (oben an der Decke). Stehen unten Möbel in den Ecken, nehmen Sie die Deckenecken. Ein Wechsel löscht die schon gesetzten Ecken.
- Zum Schließen tippen Sie wieder auf E1. Der Umriss wird gefüllt.
Tippen Sie eine Bodenecke oben im Bild an, nimmt NexDeck sie nicht an und sagt, wo die Ecke liegen muss.
Sockelleisten — wenn Ecken verdeckt sind: Je Wand setzen Sie zwei bis drei Punkte unten auf der Sockelleiste, weit auseinander, nicht in die Ecke. Die Ecken berechnet NexDeck aus dem Schnitt der Wände. Ist der Boden verstellt, nehmen Sie für diese Wand die Deckenlinie.
Neben dem Bild zeigt der Grundriss die Wandlängen, die Eckwinkel und wo die Kamera stand. Bei jeder Ecke steht, wie weit sie vom rechten Winkel abweicht. Rechtwinklig einrasten ist ab Werk aus — die Wände bleiben, wie Sie sie angetippt haben. Schalten Sie es ein, legt NexDeck Wände, die fast im rechten Winkel stehen, rechtwinklig.
Mit zwei oder mehr Fotos
- Setzen Sie in Foto 1 alle Ecken, die dort gut zu sehen sind.
- Tippen Sie auf Weiter in Foto 2.
- NexDeck fragt nach zwei Ecken, die in beiden Fotos zu sehen sind, zum Beispiel „Ecke E4 hier antippen“. Damit sind die Fotos verbunden.
- Setzen Sie in Foto 2 die übrigen Ecken weiter. Die Ecken aus dem anderen Foto sehen Sie gestrichelt.
Ein drittes oder viertes Foto verbinden Sie genauso. Arbeiten Sie mit Sockelleisten, gibt es stattdessen einen eigenen Schritt Verbinden: Einen Bodenpunkt, der in beiden Fotos zu sehen ist (Raumecke unten, Fliesenkreuz, Türschwelle), tippen Sie erst in Foto 1 und dann im anderen Foto an — mindestens zwei, besser drei.
Punkte setzen und verschieben
- Verschieben: Punkt greifen und ziehen. Eine Lupe zeigt, wo er landet. Loslassen legt ihn fest.
- Am Bildrand dreht das Bild beim Ziehen mit. So erreichen Sie auch stark vergrößert jede Stelle.
- Ein Tipp knapp neben einen Punkt wählt ihn aus, statt einen neuen zu setzen. Dann können Sie ihn löschen. Ist ein Punkt ausgewählt, hebt der nächste Tipp nur die Auswahl auf.
- Schwenken und zoomen mit zwei Fingern geht immer.
- Punkte aus anderen Schritten — etwa die Lot-Kanten, während Sie Öffnungen setzen — sind blass und gesperrt. Sie können also genau darauf tippen.
- Letzten Punkt zurücknehmen macht den letzten Tipp rückgängig.
- Vollbild: Oben rechts im Bild öffnet Vollbild das Foto über den ganzen Schirm, auch quer. Oben steht, was als Nächstes zu tun ist; unten liegen Zurück, Rückgängig, Löschen und Weiter. Raumhöhe und Kontrollmaß tragen Sie dort ebenfalls ein.
Objektivnaht: Liegt ein Punkt auf der Naht, an der die Kamera ihre Bilder zusammensetzt, erscheint dort ein getönter Streifen. Punkte darin können versetzt sein. Im Grundriss steht dann an der betroffenen Wand: „Punkt liegt auf der Objektivnaht — für diese Wand das um 90° gedrehte Bild nehmen.“
6. Öffnungen (freiwillig)
- Wählen Sie die Art: Tür, Fenster, Durchbruch oder Nische.
- Tippen Sie zwei gegenüberliegende Ecken der Öffnung an, etwa unten links und oben rechts.
- Die Öffnung erscheint als farbiges Rechteck auf der Wand. Die Wand findet NexDeck selbst — auch, wenn Sie später Ecken verschieben. In der Liste steht sie mit „(automatisch)“ und lässt sich je Öffnung ändern.
- Tragen Sie die Leibungstiefe ein. Bei Fenstern ist sie Pflicht (0 = keine Leibung).
Abgezogen wird nach den Übermessungsregeln Ihres Gewerks. Hat der Raum keine Öffnung, tippen Sie einfach Weiter.
7. Kontrollmaß (Pflicht)
- Messen Sie eine Wand mit dem Laser.
- Wählen Sie, welche Wand das war, und tragen Sie das Maß ein.
- Die Ampel zeigt Grün, Gelb oder Rot und beide Werte, zum Beispiel „Bild 4,13 m · Laser 4,10 m“.
Bei Gelb prüfen Sie Objektivhöhe und Lot. Bei Rot passen Bild und Laser nicht zusammen: Prüfen Sie Objektivhöhe, Lot und die angetippten Punkte. Übernehmen lässt sich der Raum bei Rot nur mit dem Haken Trotz roter Ampel übernehmen — das steht dann im Messprotokoll des Raums. Ist der Grundriss auffällig, steht neben der Ampel ein eigener Hinweis, denn die Ampel vergleicht nur eine Wand.
8. Ergebnis und Speichern
Geben Sie den Raumnamen ein. Sie sehen Boden-, Wand- und Deckenfläche, Umfang, Öffnungen, Raumhöhe und den Grundriss. Mit Raum ins Aufmaß übernehmen entsteht ein normaler Raum. Er ist gekennzeichnet als „aus 360°-Foto übernommen — Grobaufmaß, nicht vor Ort gemessen“.
Bricht die Verbindung beim Speichern ab, versuchen Sie es einfach noch einmal. Ein schon übertragenes Foto und ein schon angelegter Raum entstehen dabei nicht doppelt. Lässt sich das Foto gar nicht ablegen, bietet NexDeck an, den Raum ohne abgelegtes Foto zu speichern — dann lässt er sich später nicht mehr im Foto öffnen.
Nichts geht verloren: Ihr Zwischenstand liegt laufend auf dem Gerät, samt Foto. Verlassen Sie das Werkzeug aus Versehen, steht beim nächsten Öffnen „Ihr letzter Stand vom … ist wiederhergestellt“. Mit Verwerfen und neu beginnen fangen Sie neu an. Der Zwischenstand bleibt 14 Tage auf diesem Gerät und wird nach dem Speichern gelöscht. Er wird nicht an NexDeck übertragen.
Später ändern
An der Raumkarte öffnet Im 360°-Foto bearbeiten (im Büro das Globus-Symbol) den Raum wieder mit allen Fotos und Punkten. Änderung speichern schreibt in denselben Raum. Das geht, solange das Aufmaß im Entwurf oder zurückgewiesen ist und das Foto abgelegt wurde.
Vom Grobaufmaß zum Angebot und zum Nachmessen
Angebot: Geben Sie das Aufmaß frei und erstellen Sie daraus das Angebot (siehe Aufmaß). Der Schlusstext des Angebots nennt das 360°-Foto als Herkunft der Mengen; den Text können Sie ändern.
Abrechnung: Ein Raum aus dem 360°-Foto gilt nicht als vor Ort gemessen. Das Abrechnungsaufmaß nimmt ihn nicht an, und Erfasst per lässt sich nicht einfach umstellen. Zum Nachmessen gibt es vier Wege:
- Abrechnungsaufmaß anlegen (oben im freigegebenen Grobaufmaß): NexDeck legt ein eigenes Abrechnungsaufmaß mit allen Räumen und Positionen an. Der 360°-Raum steht dort als Hand-Raum mit denselben Maßen, jedes Maß trägt aus Foto — vor Ort messen. Die Fotos hängen am Raum, die angetippten Punkte nicht. Das Grobaufmaß bleibt unverändert. Wie es weitergeht, steht unter Aufmaß, Abschnitt „Abrechnungsaufmaß aus dem Grobaufmaß“.
- Als Vorlage zum Nachmessen übernehmen (im Büro an der Raumkarte): NexDeck legt einen Hand-Raum mit denselben Maßen an, jedes Maß ist offen. Sie messen Maß für Maß und tippen Übernehmen oder Wert stimmt. Im selben Aufmaß ersetzt die Vorlage den 360°-Raum.
- Nachmessen in der App: Das Formular Vor Ort messen ist aus dem 360°-Foto vorbelegt. Gespeichert wird erst, wenn Sie bestätigen: „Alle Maße habe ich vor Ort gemessen bzw. geprüft.“ Die neue Messung ersetzt das Grobmaß.
- Im Abrechnungsaufmaß direkt: Öffnen Sie dort das 360°-Foto, wird das Ergebnis gleich als Vorlage zum Nachmessen übernommen. Ein Foto wird dabei nicht abgelegt.
Siehe auch: Aufmaß · Aufmaß-Schwellen · Offline arbeiten